Risiken der Naturheilkunde – Gesundheit – Süddeutsche.de

Zurück zur Natur … tja wenn man erst einmal 1,80m unter der Erde liegt stimmt das ja auch wieder irgendwie  oder? Es ist mir kaum noch möglich diesem Thema ohne Sarkasmus zu begegnen.

Steve Jobs hat seine Entscheidung für eine vermeintlich sanfte Medizin bitter bereut
via Risiken der Naturheilkunde – Gesundheit – Süddeutsche.de.

Oder auch hier mal böse gesagt … Ihr könntet wenigstens in einem Bereich eures Lebens einmal schlauer sein als der Apple-Chef!

Klar könnt Ihr euch eure Meditonsin Tropfen reinpfeifen aber dann schaut doch bitte auch mal vorher was da auf der Homepage des Herstellers steht:

Durch den in Meditonsin enthaltenen homöopathischen Tri-Komplex erhält der Organismus in jeder Phase der Erkältung gezielte Impulse zur Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte.

Quelle : http://www.meditonsin.de/service/hauefige-fragen

Selbstheilungskräfte?! Weißt Du was! Da mache ich das lieber wie mein Opa und trink einen gescheiten Schnaps gegen die Erkältung und hau mich dann mal einen Tag ins Bett … Selbstheilungskräfte aktivieren durch einen „homöopathischen Tri-Komplex“ … was soll das denn überhaupt sein?

Da haben wir die Alpenpflanze „Aconitum napellus“ klingt ja toll – ist aber nichts anderes wie „Blauer Eisenhut“. Dazu schreibt die Wikipedia:

Der Blaue Eisenhut ist eine traditionelle Zier- und Arzneipflanze. Alle Teile der Pflanze sind stark giftig. Bereits 2 g der Wurzel sind tödlich …

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Blauer_Eisenhut

Weiter geht es mit Atropa belladonna … Belladonna(?) Schonmal gehört oder – richtig „Schwarze Tollkirsche“. Das ist doch das Zeug mit dem sich die Mädels am Hofe vom König Ludwig II immer zu gedröhnt haben damit die Augen so schön glänzen und die pupillenvergrößernde Wirkung fanden die Jungs und Mädels damals auch prima.

Nach starker Erregung kann bei höherer Dosis, begleitet von Fieber, ein Koma erfolgen und der Tod durch Atem- und Herzstillstand eintreten.

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Tollkirsche#Wirkung

Bleibt noch der dritte Bestandteil dieses Zaubermittels der da heißt laut Herstellerangabe Mercurius cyanatus und „ist mineralischen Ursprungs und in der Homöopathie das Entzündungsmittel schlechthin.“ Umgangssprachlich reden wir hier von Quecksilber! Ja genau das Zeug in den Energiesparlampen das so gesund ist das man eine defekte „neue Glühbirne“ im Sondermüll entsorgen muß und die Wohnung mehrere Stunden lüften soll, sollte eins dieser technischen Wunderwerke mal runter fallen (oh man das wäre ja schon wieder ein Thema für sich – mach ich später!)

Quecksilbercyanid ist hochgiftig …

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Quecksilber%28II%29-cyanid#Sicherheitshinweise

Na das klingt doch alles in allem mal richtig gesund … lach! Klar ist Meditonsin nicht schädlich also warum diese ganze Ausführung über die Inhaltsstoffe? Gefährlich wird das ganze dann, wenn die selbst ernannte Kräuterhexe oder der nette Wunderheiler von nebenan mit fundiertem Halbwissen anfangen aus eben diesen Inhaltsstoffen ihrer eigenen „Zaubersäfte“ zu pantschen und das dann noch an Ihre „Gläubigen“ weiter geben. Gerne das Ganze noch vom Erzengel Michael abgesegnet und ein Buch und einen Workshop dabei.

Sie wähnen sich im Besitz exklusiven Wissens und überschreiten oft selbstbewusst ihre Befugnisse: Dabei kann man in Deutschland Heilpraktiker werden, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Erfahrungsbericht aus einer Heilpraktiker-Ausbildung.

Quelle : http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alternativmedizin-weissbrot-gegen-krebs-1.2349722

Hier wird dann wieder mit der Gutgläubigkeit (hätte auch Dummheit schreiben können) von Menschen, die eigentlich echte Hilfe bräuchten, auf eine perfide Art und Weise Geld gemacht. Im Falle das die Wundermittel nicht helfen liegt es dann natürlich am Kranken selbst. Ich habe schon Sprüche gehört wie „na vielleicht willst Du ja gar nicht gesund werden … “ Die Krankheit als Selbstzweck um Aufmerksamkeit zubekommen?!

Die drei Jahre Gefängnis für den „Guru von Lonnerstadt“ finde ich hier fast noch zu wenig … immerhin hat er mit dem Leben eines Kindes „gespielt“ … Sicherungsverwahrung finde ich ja in diesem Zusammenhang ein sehr schönes Wort *grins*. Da hätte der „Meister“ genug Zeit ein Medizinstudium nachzuholen!

Was Naturheilkunde in ihrer „gesunden“ Form betrifft kann ich mich mit diesem Ansatz sehr wohl anfreunden:

Axel Eustachi (vom Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde der TU München) spricht lieber von „Komplementärmedizin“, denn „die Methoden sollten eben nicht prinzipiell als Alternative zur Schulmedizin gesehen werden, sondern immer als Ergänzung“ …

Klar koche ich meinen Kids bei Bauchweh auch erst einmal einen Fencheltee und eine Wärmflasche aber wenn das nicht hilft dann geht es ab zum Kinderarzt. Der hat das studiert ich kann nur Gitarre spielen … lach – und Ihr könnt sicher sein das der mich nicht nur mit Zuckerperlen wieder heim schickt … dafür bin ich zu alt.

In diesem Sinne … Prost, Gesundheit … Danke Schön! (KB)

 

 

Eine Antwort zu “Risiken der Naturheilkunde – Gesundheit – Süddeutsche.de

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